Herkunfts-Leitfaden · Brazil · HS 44

EUDR-Compliance für Holz aus Brasilien

Brasilianisches Holz unter der EUDR: verpflichtende Artenangaben, Polygone der Ernteblöcke, wie sich die nationalen Forstproduktdokumente in den Legalitätsnachweis einfügen und das Screening von Bewirtschaftungsflächen im Naturwald.

6 Min. Lesezeit · Stand Juli 2026 · keine Rechtsberatung

EUDR dossier · plotvera Normales Risiko BR · BR · TIMBER
Brasilien, normales Risiko. Markierung: Pará, der größte Bundesstaat für einheimisches Holz
Brasilien, normales Risiko. Markierung: Pará, der größte Bundesstaat für einheimisches Holz EPSG:4326

Brasilianisches Holz, das die EU erreicht, bedeutet Terrassendielen und Bodendielen aus dichten Tropenholzarten, Laubschnittholz, Sperrholz und, am industriellen Ende, Zellstoff aus angepflanztem Eukalyptus. Die beiden Hälften dieses Handels könnten unter der EUDR kaum unterschiedlicher sein: Plantagenfaser aus dem Bundesstaat São Paulo gehört zu den einfachsten Einreichungen der gesamten Holzbranche, während Ipê aus dem Naturwald von Pará zu den schwierigsten zählt. Diese Seite ergänzt den Holz-Leitfaden um die brasilianische Ebene.

Ausgangslage: normales Risiko, Arten verpflichtend

Brasilien gilt als normales Risiko, daher greift die volle Sorgfaltspflicht. Wie bei allen Holzerzeugnissen muss die DDS die wissenschaftlichen und die gebräuchlichen Namen der Arten enthalten, und bei gemischten Tropenholzsendungen können viele Artenpaare aufzuführen sein. Beziehen Sie die Namen aus den Unterlagen des Sägewerks und halten Sie sie mit dem konsistent, was der Zoll sieht: nicht übereinstimmende Artenangaben waren unter der EUTR ein Auslöser für Vollzugsmaßnahmen bei brasilianischen Sendungen und werden es unter der EUDR bleiben.

Erntegeometrie aus Bewirtschaftungsplänen

Die legale Ernte im Naturwald Brasiliens erfolgt im Rahmen genehmigter nachhaltiger Bewirtschaftungspläne, die ein Grundstück in jährliche Produktionseinheiten unterteilen, die im Rotationsverfahren eingeschlagen werden. Diese Ernteblöcke werden im Zuge der Plangenehmigung kartiert, liegen fast immer weit über 4 Hektar und übersetzen sich unmittelbar in die Polygone, die Ihre DDS benötigt. Fragen Sie den Exporteur nach der Blockgeometrie für das Erntejahr, aus dem Ihre Sendung stammt, nicht nach der Grenze des gesamten Grundstücks. Plantagen-Faserholz ist noch einfacher: Die Unternehmen bewirtschaften ihre Flächen im GIS und können Bestandspolygone auf Anfrage exportieren. In beiden Fällen gelten die üblichen Geometrieregeln, und die CAR-Grundstücksregister liefern Ihnen einen unabhängigen Abgleich der Grenzen.

Legalitätsnachweise: notwendig, nicht ausreichend

Brasilianisches Holz bewegt sich mit bundesstaatlichen und föderalen Herkunftsdokumenten (dem föderalen DOF-System und bundesstaatlichen Entsprechungen wie SISFLORA), die Mengen von genehmigten Ernten durch die Kette verfolgen. Für den Legalitätszweig von Artikel 3 benötigen Sie sie. Dabei dürfen Sie nicht stehen bleiben: Prüfungen und Vollzugsmaßnahmen haben wiederholt festgestellt, dass Papiernachweise von der Realität im Feld abweichen, wobei Mengen aus nicht genehmigter Rodung in dokumentierte Ströme eingeschleust wurden. Genau dieses Szenario soll die Geolokalisierungspflicht der EUDR aufdecken, denn eine Satellitenaufnahme des angegebenen Ernteblocks zeigt entweder bewirtschaftete selektive Ernte oder sie zeigt Umwandlung. Behandeln Sie die Dokumente und die Satellitennachweise als zwei unabhängige Stützen derselben Schlussfolgerung.

Screening: Waldschädigung ist die entscheidende Frage

Bei Naturwaldblöcken ist ein Kahlschlag innerhalb des Polygons nach 2020 das offensichtliche Scheitern am Stichtag. Der subtilere Test ist die Waldschädigung: Die EUDR untersagt Holz, das auf eine Weise geerntet wurde, die Primärwald oder natürlich nachwachsenden Wald nach dem Stichtag in Plantagen oder sonstige bewaldete Flächen umwandelt. Selektive Ernte im Rahmen eines genehmigten Plans tut das in der Regel nicht, und das Screening spiegelt dies wider: bewirtschaftete Blöcke zeigen diffuse Störungen des Kronendachs, keine Umwandlungssignaturen. Rechnen Sie bei Naturwaldpolygonen mit "Prüfung erforderlich"-Verdikten als Normalfall, die sich über die Bewirtschaftungsplan-Unterlagen auflösen lassen. Bei Plantagenlieferungen kehrt sich die Frage um: Die Plantage darf nicht auf nach 2020 entwaldetem Land stehen, was bei den etablierten Betrieben des Südostens selten ein Problem ist.

Einkaufsablauf für brasilianisches Holz

  1. Teilen Sie Ihre Beschaffung auf: Plantagenfaser gegenüber Laubholz aus dem Naturwald, denn die Nachweispakete unterscheiden sich.
  2. Vertraglich pro Sendung: Ernteblock-Polygone für das Produktionsjahr, Artenliste mit wissenschaftlichen Namen, DOF- oder bundesstaatliche Dokumentennummern.
  3. Gleichen Sie die Blockkoordinaten mit Embargolisten und Schutzgebieten ab und screenen Sie dann gegen den Stichtag.
  4. Lösen Sie Prüfverdikte mit dem Bewirtschaftungsplan auf, reichen Sie in TRACES ein und bewahren Sie das vollständige Paket in der Fünfjahresakte auf.

Für die andere große Tropenholz-Herkunft und ihre völlig andere Legalitätsinfrastruktur siehe Holz aus Indonesien. Fragen zur Beschaffung in Brasilien überschneiden sich zudem mit Soja und Kaffee aus denselben Landschaften.

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